Japanese Textile History
Kurze Geschichte der japanischen Stoffe
Einleitung

Seide, der wohl bekannteste japanische Stoff wegen seiner Bedeutung für die Gestaltung luxuriösen japanischen Kimonos, spielte eine wichtige historische Rolle in der japanischen Gesellschaft, insbesondere beim Adel und der Oberschicht. Im Gegensatz zu den höfischen seidenen Gewändern trugen die Bürgerlichen einfache Hanf- und Baumwollkleidung und verwendeten diese Stoffen auch, um häusliche Gegenstände für den täglichen Gebrauch zu herzustellen. Diese Abhndlung wird sich nicht mit der Betrachtung der edlen höfischen japanischen Seide befassen. Sie wird sich vielmehr mit den frühen, natürlichen handgewebten Baumwoll- und Hanf-Indigostoffen der Zeit von Mitte des 19ten bis Mitte des 20ten Jahrhunderts beschäftigen. Diese Stoffe werden häufig als die Stoffe der japanischen Volkskunst bezeichnet und sind mit der einst sehr armen Landbevölkerung verbunden. Aus diesen utilitaristischen Stoffen bestand die Kleidung der Bauern und die Textilien, die Genau wie im Fall anderer japanischer Volkskunst (Mingei: Töpferei, Lackarbeiten, usw.) welche zum Zeitpunkt ihrer Herstellung von den Japanern einfach als ein Teil des täglichen Bedarfs betrachtet wurden, als sie die diese Stoffe herstellten und sie weiterverwendeten werden sie heutzutage von Japanophilen als Textilkunst betrachtet, die es würdig ist, gesammelt zu werden.

Die geschichtliche Bedeutung der Hanf- und Baumwollstoffe
Von der Antike bis zum 17ten Jahrhundert trugen die japanischen Bauern Kleidung aus einfachem Hanf, einer Bastfaser. Japanische Handwerksmeisterinnen auf dem Lande spannen den Hanf und webten dann die Fasern mit der Hand zu gebrauchsfähigem Stoff, aus dem dann wiederum Kleidung für die tägliche Feldarbeit und auch Haushaltsartikel hergestellt wurden. Die Japaner machten dabei keinen Unterschied zwischen Leinen und Hanf, beide haben eine ähnliche Faserstruktur und ein ähnliches Aussehen, diese werden mit dem gleichen japanischen Wort Asa bezeichnet.

Japan Spinning CottonIn den frühen Zeiten importierten die Japaner Roh- und verarbeitete Baumwolle aus China und Indien, die damals in Japan nicht hergestellt wurde. Diese Situation hielt bis zum sechzehnten Jahrhundert an, als die Chinesen in Japan den Bauwollanbau einführten. In den wärmeren westlichen Regionen des japanischen Archipels etablierte sich der Anbau von Baumwolle sehr schnell, da das milde Klima und der fruchtbare Boden dort besonders geeignet für den Anbau der Baumwollpflanzen waren. Japan Meiji Period Kasuri Cotton KimonosDie Baumwollverarbeitung von Hand und das Weben entwickelten sich in dieser Zeit auch mit Ansporn durch die herrschenden Klassen sehr schnell, die wichtigsten Produktionsstätten befanden sich ursprünglich auf der ländlichen Insel Kyushu, von dort aus breiteten sie sich in die wärmeren Regionen aus. Diese heimischen Produktionsstätten lieferten im ganzen Land begrenzte Mengen hausgemachter Stoffen. Mit der Einführung leistungsfähigerer Spinnräder und Webrahmen nahm die Herstellung dann allmählich zu. Die Baumwollherstellung breitete sich geographisch weiter aus, dadurch verringerten sich die Kosten des Baumwollstoffes wesentlich. Die heimische Baumwollherstellung brachte angenehmen Baumwollstoff als Ersatz für das weitverbreitete, raue Hanfgewebe hervor. Die japanischen Landfrauen übernahmen einen Großteil der Spinn- und Webarbeiten zu Hause, für den häuslichen Bedarf und / oder als Einnahmequelle oder als Ergänzung des Familieneinkommens.

Um 1870 hatten die Japaner moderne Webmaschinen aus Europa eingeführt, recht spät im Vergleich zu anderen westlichen Industrienationen. Es gab einige große kommerzielle Spinn- und Webbetriebe, die in der Nähe von Osaka tätig waren. Die ersten industriell hergestellten Baumwollstoffe wurden wegen ihrer herausragenden Qualität und der hohen Kosten zu höheren Preisen angeboten, waren aber zu teuer für die normalen Menschen in Japan. Daher stellten diese wenigen großen Textilhersteller nicht den größten Teil der Baumwolle und der Stoffe her, die zu der Zeit auf dem Markt waren. Diese Aufgabe blieb fest in den Händen der ländlichen Heimmanufakturen, in den Häusern der Landbevölkerung.

16tes Jahrhundert, und wiederverwertete Baumwolle kommt in den Norden
Baumwolle war in den nördlichen Provinzen Japans ein wertvoller Rohstoff, wo das Klima zu kalt war, um Baumwolle anzupflanzen. Japan Textile TradeZu Beginn der Edo-Periode segelten japanische Händler mit ihren Schiffen die Küsten auf und ab und handelten mit gebrauchten, ausgemusterten Baumwollstoffen, welche sie im Westen Japans aufkauften und dann in den ärmeren ländlichen und am Wasser gelegenen Gemeinden verkauften. Die japanischen Bäuerinnen kauften diese gebrauchten Stoffe und gaben ihnen neues Leben, indem sie sie in Boro-Arbeitskleidung für den Acker (Noragi), Futondecken (Futongawa) und andere nützliche Haushaltstextilien (Noren) umarbeiteten.

Japanische Näh-- und Webtechniken
Das Wiederverwenden von Baumwollstoffen hat in Japan eine lange Geschichte, die man mindestens bis in das frühe 17te Jahrhundert zurückverfolgen kann. Auf den nördlichen Inseln Japans, wo Baumwolle wegen des kalten Klimas nicht wuchs, arbeiteten fleißige japanische Frauen mit den Baumwollstoffen, um verschiedene Nähtechniken zu perfektionieren, die diesen nicht mehr erwünschten Stoffen neues Leben geben sollten. Sie erfanden neue Verwendungszwecke für diese abgelegten Materialien, indem sie mehrere Lagen des gebrauchten Stoffes übereinander verarbeiteten, sie verbanden dies Lagen mit Sashiko-Nähten, wenn nötig arbeiteten sie mit Boro-Flicken. Danach konnten diese Flickwerk-Textilien aufs Neue zu warmer Kleidung, Futon-Decken und anderen täglichen Haushaltstextilien für den Gebrauch in der Familie zusammengesetzt werden. Die fertigen,weichen Baumwolltextilien stellten eine willkommene Wohltat nach den rauen Hanfstoffen, die aus der Region kamen, dar. Bis zur Einführung der Baumwolle war Hanf der einzige allgemein verfügbare Stoff. Weitere Beispiele für das Wiederverwenden von Baumwolltextilien sind die Zanshi- und Sakiorigewebe.

Sashiko ist eine überlieferte Arte des japanischen Nähens mit der Hand, bei dieser Technik verwendet man einen einfachen, fortlaufenden Stich, der mit sich wiederholenden oder verflochtenen Mustern meist durch mehrere Schichten des Stoffes geht. Japanese Sashiiko TextilesSashiko diente als zweckmäßiger Stich, der mehrere Schichten Stoff zuverlässig zusammenhielt und darüber hinaus der Textilie einen kreativen und einmaligen Charakter verlieh. Kogin Sashiko ist das ästhetisch extreme Beispiel für den Sashiko-Stich mit weißem Faden.Angefangen im 17ten Jahrhundert entdeckten kreative japanische Näherinnen vom Lande zuerst beim heimisch hergestellten Hanf, dann bei der Baumwollkleidung, dass sie viel besseren Schutz vor den Elementen bot und die viel länger hielt, wenn man den Stoff in Schichten verarbeite, die durch die Sashiko-Nähte zusammengehalten wurden. Auf diese Art wurde Sashiko, eine zweckorientierte Stickerei erfunden. Sparsame japanische Bäuerinnen verwendeten den Sashiko-Stich dann auch für das Flicken in der Borotechnik, ebenso um tägliche Haushaltsgegenstände wie Futondecken, Kleidung und Kissen zu flicken. Man findet Sashiko-Stiche recht häufig auf Boro Futondecken, Noragi-Bekleidung (Jacken und Westen), Schürze, auf Zokin-Staubtüchern und anderen typischen japanischen Textilien der Zeit. Die Farben der Sashiko-Nähte rangieren von Weiß zu einem tiefen Schwarz-Blau und werden häufig mit dem Indigo-gefärbten Baumwollstoff assoziiert.

Das Zanshi -Weben (Zanshi Orimono) ist ein japanisches Wort, welches "Rest" oder "Überbleibsel" bedeutet. Zanshi-Stoffe wurden aus den Fasern gewoben, die nach dem Weben fester Muster übrig blieben. Diese unmaßgeblichen Mengen übriggebliebener Zanshi-Fäden hatten eigentlich keine Verwendung, denn sie reichten nicht aus, um einen weiteren Webgang mit dem gleichen Muster durchzuführen.Japanese Zanshi Textiles Und so wurden dann diese übriggebliebenen Fasern zu den wunderbaren, einzigartigen Volkskunst-Textilien aus gemischten Garnen verarbeitet. Zum Zeitpunkt ihrer Herstellung wurden diese volkstümlichen Zanshi-Stoffe als zweitrangig betrachtet, oder als nicht den Qualitätsstandards entsprechend. Zanshi-Gewebe ist häufig an Noppen (Knoten oder dickere Stellen im Garn oder Faden), ungleichmäßigem Gewebe und zufällig verlaufenden Farben zu erkennen, die zusammengewoben einen ganz einmaligen Stoff kreieren. In den ländlichen Textilkooperativen wurden handgesponnene Fäden zu informellen Zanshi-Schöpfungen verarbeitet, die dem Sammler von heute die Tiefe und Vielfalt der japanischen Volkskunst hervorragend illustrieren.

Das Sakiori-Weben ist eine Methode des Verkettens von Streifen alten Stoffes.Japanese Sakiori Die deutsche Übersetzung von Sakiori ist "saki=reißen, zerreißen + ori=weben". "Saki" bezieht sich auf das Vorbereiten des Stoffes durch das Reißen in Streifen und "ori" bedeutet dann das Weben dieser Streifen. Dieser Prozess ähnelt dem amerikanischen Weben aus Lumpen, unterscheidet sich aber mit einer speziellen Eigenschaft. Das Weben aus Lumpen verwendet ausschließlich Stoff, um die gewebten Stoffe herzustellen. Die japanische Sakiori-Technik verwendet Stoffstücke ebenso wie wie Garn, um das Sakiori-Gewebe herzustellen. Für Sakiori wird der in Streifen gerissene Stoff 30 bis 40 cm lang aufgerollt und dann in den Schuss (die Breite) eingewebt, während der Kettfaden (die Länge) des Gewebes aus Baumwolle oder Hanf besteht. Aus Sakiori-Gewebe wurden meist informelle Kimono Obi gemacht, aber auch andere nützliche Textilien wie Jacken, Westen, Läufer und weitere praktische Produkte. Wir haben einige sehr ungewöhnliche und rare japanische Westen und Jacken aus Sakiori mit Sashiko-Nähten, die einst von Fischern und Feldarbeitern getragen wurden (siehe Tattered Treasures unter Shopping auf der linken Seite).

Bauernkleidung (Noragi)
Jacken, Westen& Monpe Hosen

Die japanischen Bäuerinnen spannen und webten mit Baumwollstoffe, um Kleidung für ihre Familien herzustellen und um ein zusätzliches Einkommen durch den Verkauf zu erzielen. Diese in Heimarbeit hergestellten, handgenähte Bauernkleidung heißt auf Japanisch Noragi. Jacken, Westen und Monpe-Hosen waren die verbreitetste Noragi-Bekleidung. japanese farmer clothesDie Tradition der Noragi wurde von einer Generation zur nächsten weitergegeben, von Müttern zu Töchtern und wurde ein Teil des klassischen Hausarbeitsrepertoires jeder japanischen Landfrau. Diese Frauen stellten nicht nur Kleidung her, sondern stellten auch andere Haushaltsartikel aus dem Baumwollstoff her: Futon (Matratzen)-Decken, Vorhänge, Decken für die Möbel, Schürzen und andere Artikel des täglichen Lebens. Die wichtigste Stofffarbe war Indigo, und die beliebten Muster Kasuri, Katazome und Shibori wurden in die Stoffentwürfe einbezogen, um ihnen ein wenig Lebhaftigkeit und manchmal auch eine mythische Komponente zu verleihen, um damit den eintönigen Alltag auf dem Bauernhof aufzuhellen.

Die klassische / antike Bauernkleidung, welche wir auf dieser Seite katalogisieren und anbieten wurde wirklich von japanischen Bäuerinnen bei der Arbeit im Feld oder im Haushalt getragen. Zusätzlich zu der Last der Hausarbeit arbeiteten die japanischen Frauen ebensoviel Zeit auf dem Feld wie ihre Männer. Ihre Kleidung wurde wohl aus Resten oder neuem Stoff, oder einer Kombination aus beidem gemacht.

Andere Textilien, einzigartige japanische
Boro-Futondecken

Boro ist ein japanisches Wort und bedeutet "zerfetzte Stoffreste", dieser Begriff, wird häufig verwendet, um liebevoll geflickte und reparierte Baumwoll-Bettwäsche und Kleidung zu beschreiben, die weit über ihre normale Lebenserwartung hinaus verwendet wurde. Wie bereits die frühen nordamerikanischen Patchwork-Decken offenbarten die Boro-Textilien viel über auf den Lebensstandard und die wirtschaftlichen Umstände der japanische Familie in jener Zeit. Die sparsamen japanischen Landfrauen reparierten die Decken der Bettfutons der Familie wieder und wieder, Japanese Boro Futon Coverindem sie dünne Stellen und Löcher, die ihren Weg in das weiche, handgemachte Baumwollmaterial gefunden hatten mit Stoffresten "Boro"-flickten, manchmal nähten sie im Sashiko Stil, um dem Stoff zusätzlichen Halt zu geben. Heute betrachten internationale Sammler die Boro-Textilien als einzigartig japanische und eindrucksvolle Beispiele vergangener und verlorener Volkskunst.Die gleiche Nähtechnik, die verwendet wurde, um Boro-Futondecken auszubessern wurde auch für die Noragi (Bauernkleidung) angewendet, alles zum Zweck der Verlängerung des Lebens dieser Textilien.
Zu der Zeit, als Japan kämpfte, um sich von den Verwüstungen des zweiten Weltkrieges zu erholen, betrachteten die Japaner die Boro-Textilien mit großer Scham, weil diese zweckmäßigen Stoffe eine sichtbare Erinnerung an die ärmliche Vergangenheit Japans darstellten. Nun werden genau diese Textilien geschätzt und gesammelt wegen der Geschichte, die sie erzählen, und wegen des Einblicks in die japanische Volkskultur und Geschichte, den sie ermöglichen.

Kaya Moskito-Netze
Angefangen im frühen 19ten Jahrhundert bis etwa in die ´50er Jahre des 20te Jahrhunderts, brauchten die Japaner dringend die Moskitonetze (Kaya), die aus Hanfgarn hergestellt wurden, um sie vor den allgegenwärtigen Sommermoskitos zu schützen. Sehr große Kaya Moskitonetze konnten den gesamten Schlafbereich einer Familie schützen, kleinere Kaya wurden um die einzelnen Futons herum aufgehängt. Diese sehr durchlässigen, handgearbeiteten Textilien ermöglichten die freie Zirkulation der Luft, hielten aber im Allgemeinen fliegende Insekten fern. Die vielen Farben der Japanese Kaya Mosquito NettingHanf-Kaya variierten von Beige über Grün zu Indigo und Braun, manche hatten dünne Streifen, die sich über die gesamte Stoffbahn erstreckten. Alle Farben des Hanfgewebes verblassen mit der Zeit zu eindrucksvoll vielfältigen, gedämpften Tönen. Hanf, der handgesponnen und handgewebt war, war die meist verwendete Faser, um die Kaya herzustellen, jedoch nicht die einzige. Baumwollstränge und weniger verbreitete Fasern aus Baumrinde wurden ebenso verwendet, um die japanischen Moskitonetze herzustellen.
Die Fasern für Moskitonetze waren sowohl dick als auch dünn verfügbar. Die Kaya aus dicken Hanffasern waren schwer, sperrig und etwas schwierig aufzuhängen, wenn sie aber einmal angebracht waren, blieben sie die ganze Saison über an ihrem Platz. Die Kaya aus dünneren Fasern waren leichter, einfacher anzubringen und man konnte sie leicht von einem Platz zum anderen bewegen, besonders, wenn man auf Reisen war.Japanese Kaya Jacket
Wie bereits erwähnt, dienten die Kaya, um die Menschen vor Mücken zu schützen. Der japanische Dichter und Zen-Buddhist Ryoka (1758-1831) schlief im Sommer unter Moskitonetzen, jedoch nicht um Insektenstiche zu verhindern, sondern um zu vermeiden, dass er aus Versehen im Schlaf ein Insekt zu zerdrücken, zumindest berichtet es die Überlieferung so. Die Grundsätze des Buddhismus verbietet es den Mönche, jegliche Kreatur zu töten, sogar Insekten, daher waren die Kaya diesen ergebenen Mönchen, die dieses Prinzip feierlich befolgten, sehr wichtig.Heute arbeiten mehrere japanische Künstler und Modedesigner Kaya in ihre Entwürfe mit ein, wie bei der Weste, die hier abgebildet ist. Der Designer verarbeitete Moskitonetze in mehreren unterschiedlichen Farben und auch Indigo-gefärbte Baumwolle zu dieser völlig einzigartigen Weste aus Boro Volkskunst.

Sakabukuro Sake-Säcke aus Baumwolle
Sakabukuro Sake-Säcke zeichnen sich durch ihr reizvolles Aussehen und die Attribute von Dauerhaftigkeit und Einmaligkeit aus, sie vermitteln einen Japanese Boro Sakabukuro Sake Bag Eindruck von der langen Tradition der Sake-Brauereien, ihrem Streben nach Perfektion und ihrer Hingabe an ihre Handwerkskunst.
Während des 19ten und am Anfang des 20ten Jahrhunderts füllten die Sake-Brauer die Sakabukuro mit Nigori-Sake (ungefiltertes Sake), die dann aufgehängt wurden, das reine Seishu (gefiltertes Sake) tropfte nun in Sammelfässer herab.. Dieser Prozess filterte die verbliebenen Sedimente aus dem fermentierten Reis-Sake Gebräu heraus. Shizuku ist der japanische Ausdruck für die Methode, das ungefilterte Sake durch Pressen durch die Sakabukuro tropfen zu lassen. Sparsame Sake-Brauer sorgten dafür, dass jeder Sack, der beschädigt war, eine längeres, nützliches Dasein bekam, indem sie akribisch genau genähte Mukatenui (handgenähte) Flicken mit dicken Baumwollfäden auf den Säcke anbringen ließen. So repariert war die Tasche wieder einsatzbereit, um die Sake durchzudrücken.
Jeden Sommer trugen gelernte Sakabukuro-Fachmänner mehrmals Saft von Kakis (Kakishibu) auf die robusten Sakabukuro auf, um die Säcke mit deren natürlich stärkenden Inhaltsstoffen und antibakteriellen Eigenschaften zu tränken. Die jahrelange vielfach wiederholte Behandlung führte dazu, dass der Baumwollstoff der Sakabukuro sich allmählich vom Aussehen und der Oberfläche her zu etwas veränderte, was aussah, wie scheckiges braunes Leder.

Komebukuro Reis-Taschen
Japanese Komebukuro Rice Bag Komebukuro Taschen wurden traditionell in der japanischen Gesellschaft verwendet, um Reis-Opfergaben für wichtigen religiösen Zeremonien in den Tempel zu tragen , und bei anderen Anlässen, um darin ein Geschenk, welches mit einer wichtigen persönliche Veranstaltung zusammenhing für einen lieben Freund oder Verwandten zu enthalten. Wie viele andere japanische historischen Traditionen wird auch diese uralte Sitte nicht mehr praktiziert, und derzeit werden Komebukuro Taschen nur noch selten hergestellt. Jede Kobukuro Tasche wurde von Hand im Patchwork-Stil genäht und individuell mit einer Vielzahl von zur Verfügung stehenden Stoffen entworfen. Die typische Tasche besitzt einen Baumwollzug, um sie sicher zu schließen.

Indigo-Farbe
Die Japaner entdeckten, dass es schwierig war, Baumwolle zu färben, außer mit Hilfe von Indigo Daher wurde in ganz Japan organische Indigo-Farbe häufig als Färbe- und Entwurfsmittel für Baumwolltextilien verwendet, sie wurde insbesondere in der Edo-Periode wichtig (1603-1867). Das Färben der Stoffe mit Indigo dauerte eine Woche oder länger, die Bauwollstoffteile mussten mehr als 20 Mal einzeln in die Behälter mit der Indigo-Farbe Japanese Indigo Dye Vats eingetaucht und wieder herausgeholt werden, damit die dunkelblaue Farbe in das Material fixiert werden konnte. Mit der Zeit verblich dieses Dunkelblau allmählich, wodurch eine für das Auge beeindruckende Vielfalt von Indigo-Blautönen hervorgebracht wurde, eine ganz einmalige Erscheinungsform des Indigo, die von Sammlern besonders geschätzt wird.Darüber hinaus bevorzugten japanische Bauern die Indigo-Schattierungen für ihre Textilien, weil sie empfanden, dass diese Farbe den Farbton des Meeres, welches die japanischen Inseln umgibt,widerspiegelt, das Meer ist kulturell und wirtschaftlich von großer Bedeutung.

Die Japaner stellten die Indigo-Farbe in einem natürlichen, organischen Prozess her, wobei die heimische Indigopflanze fermentiert wurde und aus dem Pflanzenextrakt die flüssige Indigo-Farbe wurde. Dieser vorindustrielle Vorgang zur Herstellung von Indigo-Farbe erforderte, dass die Indigopflanzen in einem Fass blieben, wo eine Lauge mit wärme-affine Bakterien die Pflanze auflöste und gleichzeitig die dunkle Indigofarbe herauszog. Es ist interessant, dass die Japaner überzeugt sind, dass Indigo-Farben Wirkstoffe enthalten, welche auf natürliche Art Insekten und Schlangen abstoßen, dies ist der Hauptgrund, warum die japanischen Bäuerinnen es vorzogen, in Indigo-Kleidung ihre Feldarbeit zu verrichten.

Kakishibu Farbe
Kakishibu ist eine natürliche rot-braune (Krapp-Farbe) Farbe, die organisch durch das Fermentieren des Saftes unreifer grüner Kakifrüchte hergestellt wird. Japanese Kakishibu Dye Die Japaner haben seit der Heian-Periode (782-1182) Kakishibu nicht nur als Farbe für Textilien angewendet, sondern auch als Konservierungsmittel und als Witterungsschutz für Holz und Washi (eine Art von handgeschöpftem Papier).Im Westen weniger bekannt ist die japanische Technik des Kombinierens der rot-braunen Kakishibu-Farbe mit Indigo, um außergewöhnlich interessante Farbmuster zu kreieren, wie man sie auf einigen Katazome-Baumwollstoffen findet. Die Herstellung eines Stoffes mit mehrfachen Färbungen erforderte mehr Können als die Prozesse mit nur einer Farbe, daher waren diese Stoffe begehrter und folglich teurer.Sowohl Indigo als auch Kakishibu sind Farben auf Basis natürlicher pflanzlicher und botanischer Pigmente. Die Japaner verwendeten keine Chemikalien, um diese Farbstoffe herzustellen, sondern zogen verschiedene, organische basierte Fermentierungsprozesse vor.
Andere organische Farbstoffe wurden aus Pflanzen, Tieren und Mineralien gewonnen, die in den einzelnen Regionen vorkamen. Diese Farben fanden allerdings nur eingeschränkte Anwendung, während Indigo und Kakishibu die verbreitetsten Farben für die Baumwollbekleidung in der Volkskultur waren.

Techniken des Baumwolltextil-Designs Japanese Shiibori Pattern Noragi Jacket
Shibori ist ein japanischer Ausdruck für das Färben von Stoff mit einem einzigartigem Design, welches durch das Abbinden, Nähen, Falten, Drehen oder Pressen des Stoffes erreicht wird. Shibori wird in der westliche Welt mit der allgemein bekannten Batik-Technik verglichen. Shibori schließt auch die Methoden des Abbindens mit ein. Für die Japaner ist Shibori eine sehr raffinierte und präzise Methode des Färbens.

Kasuri Stoff wird aus Garnen gewoben, die speziell mit Indigo gefärbt werden, um Japanese Kasuri JacketsMuster (Splash) und Bilder (E-Gasuri) zu kreieren. Dabei handelt es sich um eine Ikat-Technik, das bedeutet, das während des Färbens die Fäden auf eine vorbestimmte Art gebündelt werden, sodass sie, wenn sie verarbeitet werden, ein geometrische Muster oder ein Bild ergeben, welches am Ende des Webprozesses sichtbar wird. Den Japanern wir die Erfindung dieser Technik, bei der Bilder erzeugt werden, zugeschrieben. Bei der Betrachtung erscheinen die Kasuri-Designs etwas verschwommen, eine ganz besondere Eigenschaft dieser Technik.

Katazome ist eine Technik mit japanischem Ursprung, bei der auf die Textilien eine Abdeckpaste durch eine Papierschablone (Katagami)aufgetragen wird. Eine klebrige Paste aus Reismehl und Reiskleie wird durch die Japanese Katzome Katagami-Papierschablone auf eine Stück Stoff gepresst, dann wird die Schablone entfernt und man lässt die Paste auf dem Stoff trocknen. Als nächstes wird der Stoff beschichtet, indem man eine Schlichtemittellösung aus Sojabohnenflüssigkeit aufpinselt. Sobald der Stoff völlig trocken ist, wird die Stofffarbe mit einem Pinsel aufgetragen. Als nächstes wird die klebrige Paste abgewaschen, und was übrig bleibt, ist das Muster der Schablonen in der Originalfarbe des Stoffes, der Stoff um das Muster herum hat die Farbe des Färbemittels angenommen. Den Japanern wird die Entwicklung dieser Färbetechnik zu einem sonst unerreicht hohen Niveau zugeschrieben.

Japanese Katazome Katagami Stencil Katagamiist das japanische Wort für eine handgemachte Katazome Papierschablone. Das Wort besteht aus 2 Kanji-Zeichen Das erste Kanji “Kata” bedeutet “Muster oder Vorlage” und das zweite “Gami” steht für Papierschablone. Daher bedeutet das japanische Wort Papierschablone, Die Katagami wurden aus"Washi" hergestellt, einer traditionellen Papierart. Das Papier wurde mit Kakishibu (Farbe) getränkt, welche die Stärke und Festigkeit verbesserte. Ein geschulter Fachmann schnitt mit der Hand ein Muster in den Bogen Katagami-Papier. Ein feines Seidenfaden-Gitter, oft mit zarten Mustern, wurde auf das Katagami gelegt, um die Schablone und das Muster während des Färbeprozesses auf dem Stoff festzuhalten.

Tsutsugakiist ein japanischer Ausdruck, welcher den Vorgang beschreibt, bei dem mit Reispaste Muster auf Stoff gezeichnet werden, der Stoff dann Japanese Indigo Tsutsugaki gefärbt wird, und anschließend die Paste ausgewaschen wird. Die Paste wird mit einer Spritze aufgetragen (ein Tsutsu, ähnlich den Spritzen, mit welchen Konditoren Torten verzieren) Die Reispaste wird normalerweise aus süßem Reis gemacht, welcher klebrig ist und wegen seines hohen Stärkegehaltes leicht am Stoff festklebt. Weiße Baumwolle ist normalerweise die bevorzugte Stoffwahl, wenn Indigo-Farbe angewendet wird, daraus entsteht das Weiß- auf Blau Muster. Häufig werden die Designs nach bekannten Mustern entworfen, wie beispielsweise Familienwappen, Kanji, Blumen oder Bäumen, oder Kreaturen aus der japanischen Mythologie, wie beispielsweise die Schildkröte oder der Kranich.

Japanese SarasaSarasa geht auf das Japan des 16ten Jahrhunderts zurück, der Ausdruck ist von dem portugiesischen Wort für Kalliko abgeleitet. Während der Edo-Periode brachten portugiesische Händler Baumwoll-Kalliko von Indien nach Japan, wo diese schönen, exotischen Stoffe schnell sehr außerordentlich beliebt bei den reichen Samurai- und Händlerklassen wurden. Diese Kalliko-Stoffe mit ihren lebhaften Farben und beeindruckenden abstrakten geometrischen Mustern waren für den japanischen Betrachter herausragend im Vergleich zu den traditionellen Baumwoll- und Hanf-Indigostoffen. Indische Kalliko-Stoffe waren sehr teuer und daher wurden kleine Abschnitte verwendete, um wertvolle und bunte Gegenstände wie Taschen für die Tee-Zeremonie, Tabakbehälter und Beutel zu kreieren. Da sie bereits sehr geschickt beim Herstellen außergewöhnlicher Textilien waren, konnten Japaner die bisher teuren indischen Kalliko-Stoffe in ihrem eigenen Stil und mit eigenen Produktionstechniken leicht kopieren. Unter Beibehaltung der auffälligen indischen Blumen-und Muschelstoffmuster wandten japanische Textilhersteller ihre ganz eigenen Katazome (Färben mit Reispaste und Schablonen) Textildruckfähigkeiten an, um heimische Sarasa herzustellen, die durch Schattierungen von Kakishibu (Krapp, Rot und Braun) durch markante japanische florale Muster und geometrische Formen charakterisiert waren. Als die japanischen Sarasa in größeren Mengen produziert wurden, ihre Preise günstiger wurden und sie verbreiteter als importierter Kalliko waren, wurden sie zu einem weiter verbreiteten Standardstoff für normale Haushaltstextilien wie Futondecken und Tücher zum Einwickeln.

Traditionelle Symbole auf japanischen Textilien
Japanese Katazome Crane PatternFür Japaner symbolisieren die Schildkröte und der Kranich eine langes Leben und Glück. Sowohl die Schildkröte als auch der Kranich werden wegen ihrer glückverheißenden Eigenschaften, die mit ihnen verbunden werden, als besondere Symbole bei japanischen Hochzeitsfeierlichkeiten verwendet. Der Origami-Kranich ist ein weltweit bekanntes Friedenssymbol. Nach der japanischen Überlieferung wird einem Menschen, der 1.000 Origami-Kraniche gefaltet hat, der Wunsch nach guter Gesundheit erfüllt.
Sowohl das Schildkröten- als auch das Kranichmotiv sind häufig in den Japanese Katazome Tai Fish Pattern japanischen Katazome- und Kasuri-Mustern auf Baumwollstoffen zu sehen. Eine weitere, weniger häufig anzutreffende Abbildung auf diesen Textilien ist die Seebrasse (Tai), die Glück symbolisiert. Manchmal erscheinen andere Symbole wie Affen und Schlösser auf Arabesken oder filigrane Ranken indischen Ursprungs waren ein weiteres, häufig wiederholtes beliebtes Symbol auf Baumwolltextilien, in der Regel Katazome.
Ein weiteres verbreitetes Symbol auf japanischen Textilien ist die Chrysantheme, die als Familienwappen verwendet wurden. Das Chrysanthemen-Wappen ist eine Sammelbezeichnung für ein Symbol im Chrysanthemenblüten-Design, es gibt davon mehr als 150 verschiedene Muster. Diese Blume wurde im 8. Jahrhundert in Japan eingeführt und vom Kaiser als das kaiserlichen Wappen angenommen und wird von Mitgliedern der japanischen Kaiserfamilie verwendet.

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